Open-Source-Software und proprietäre Software passen gut zusammen
12. April 2010
SIG berechnet Einsparungen durch die Nutzung von Open-Source-Software
Open-Source-Software (OSS) und kommerzielle Software werden häufig wie Gegensätze behandelt. Verfolgt man die erhitzten Debatten zwischen den Anhängern und den Gegnern von OSS, kann man den Eindruck bekommen, es sei notwendig, sich zwischen beiden zu entscheiden. Neuere Untersuchungen von SIG zeigen eine andere Perspektive auf.
Miguel Ferreira von SIG erläutert: „Wenn wir kommerzielle Softwaresysteme untersuchen, sehen wir oft, dass Open-Source-Komponenten und Bibliotheken als Bausteine genutzt werden.“ Fasziniert von diesem offensichtlichen Trend entschieden Ferreira und seine Kollegen, die Nutzung von OSS in kommerziellen Systemen genauer zu untersuchen. „Offensichtlich bietet die Nutzung von OSS wirtschaftliche Vorteile. Aber können wir diese Vorteile auch in Zahlen ausdrücken?“
Um diese Frage beantworten zu können, wurden insgesamt mehr als 300 kommerzielle Systeme untersucht. Die Abhängigkeit dieser Closed-Source-Systeme von Open-Source-Bibliotheken wurde aufgezeichnet; anschließend wurde eine Schätzung der Einsparungen erstellt, die erzielt werden konnten, indem diese Bibliotheken wiederholt genutzt wurden anstatt sie neu zu entwickeln. Die durchschnittliche Einsparung pro System wird auf 1,1 Millionen Euro geschätzt.
Diese Schätzungen zeigen, dass die Bemühungen der Open-Source-Gemeinde einen wichtigen, indirekten Effekt auf die Entwicklung von kommerzieller Software haben. Ferreira: „Die Verfügbarkeit von OSS-Bibliotheken und Komponenten ermöglicht die schnellere, günstigere und ambitioniertere Entwicklung von geschlossener Software.“
Der Bericht kann unter folgendem Link heruntergeladen werden: